Anstatt sich Ende Oktober mit Spuk und Gruseln zu unterhalten, kann man auch das Leben feiern. Dazu gibt es nämlich gerade in einer so grauen Jahreszeit wie dem Spätherbst Grund genug. Viele erleben es am eigenen Leib: Die "Novemberdepression". Manchen überkommt sie einfach, weil die Tage kürzer werden, das Wetter rauer wird und die Natur scheinbar abstirbt.

Wie wäre es, wenn man sich gerade in dieser Zeit an das erinnert, was Mut macht und Freude gibt, - die Tatsache nämlich, dass Gott sich eines jeden Menschen annimmt, der sich ihm anvertraut? Und Gott wechselt auch nicht sein "Kleid" wie ein Baum, der im Herbst alle Blätter verliert und kaum wiederzuerkennen ist. Bei ihm gibt es "keine Veränderung, noch Wechsel von Licht und Finsternis" (Jakobus 1,17).

Das zu glauben fällt oft schwer, denn das Leben des Menschen ist von "grauen Schleiern" durchzogen. Für viele scheint Gott so fern wie ein Planet einer fernen Galaxie. Er scheint nicht da zu sein oder sich nicht zu kümmern.

Und doch – er kümmert sich, und er ist nicht unnahbar, sondern persönlich da: "Klopft an, so wird euch aufgetan" (Matthäus 7,7). Wenn Gott kein Interesse am Menschen hätte, hätte er ihn nicht zu schaffen brauchen, – den Menschen mit all seiner Genialität, seiner Gabe zur Selbstreflexion und der Fähigkeit, nach dem Sinn zu fragen.

Weihnachten und Ostern, das wohl wichtigste "Fest des Lebens", ist zwar noch eine Weile hin. Aber man darf  täglich daran denken, was es bedeutet, dass Gott selbst sich den Menschen geschenkt hat. Das lockert auch am dunkelsten Herbsttag die Stimmung auf. Und wer sich am 31. Oktober bei Stockbrot am Lagerfeuer wärmen möchte, ist – bei trockenem Wetter – herzlich um 17 Uhr in die Schulstraße in Nieder-Ramstadt eingeladen. Dort feiern die Royal Rangers dieses Jahr wieder "Hell & Wie" – eine echte Alternative zu Halloween.

Christian Seiler
November 2017